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Springerknie (jumpers knee)

Das „Springerknie“ entsteht bei Überlastung der Kniescheibensehne. Mögliche Symptome: Belastungsschmerzen vorne am Knie. Mehr zu Ursachen, Diagnose, Therapie


Das Springerknie ist eines der häufigsten Gelenkprobleme bei Sprungathleten

Was ist ein Springerknie?

Springerknie, Jumper's knee, Patellaspitzen-Syndrom, Tendopathie der Patellasehne, Tendinitis / Tendinosis patellae – das sind nur sechs der insgesamt verwendeten Bezeichnungen für eines der häufigsten Knieprobleme von Sprungathleten, nämlich Verschleiß der Kniescheibensehne. Durch Überlastung der Sehne kommt es an ihrer Verankerung – an der Kniescheibenspitze und am Unterschenkelknochen – zu kleinsten Verletzungen und Auffaserungen der Sehne. Damit können Belastungs-Schmerzen am Knie einhergehen. Sie treten unterhalb oder am Unterrand der Kniescheibe auf, manchmal auch hinter der Kniescheibe oder oberhalb davon. Bei fortgesetzter Überbeanspruchung sind Teilrisse oder Risse der Sehne möglich.

Auslöser sind sogenannte Schnellkraft-Sportarten mit raschen Richtungswechseln, abruptem Abbremsen („stop and go“) und starker Belastung durch Springen und „Landen“, vor allem Leichtathletik- oder Hallen-Ballsportarten. Daher der Name „Springerknie“. Verkürzungen der Oberschenkel-Muskulatur, eine Bänderschwäche am Knie, ein erblich bedingter Hochstand der Kniescheibe oder andere Vorerkrankungen können ein Springerknie begünstigen. Es können ein Knie oder beide betroffen sein.



UNSER EXPERTE: Univ.-Prof. Dr. med. Andreas B. Imhoff, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, spezielle orthopädische Chirurgie und Sportmedizin

Symptome: Kleinste degenerative Sehnenschäden können unbemerkt bleiben. Die möglichen Beschwerden lassen sich vier verschiedenen Schweregraden zuordnen. Anfangs macht sich das Springerknie immer erst nach einer sportlichen Aktivität bemerkbar: Es kommt zu stechenden Schmerzen an der „entzündeten“ Sehne. Sie ist auch beim Betasten schmerzhaft. Bei fortlaufender Belastung und Schädigung werden die Beschwerden hartnäckiger. Sie treten schon während der Belastung auf und bleiben danach längere Zeit bestehen. Sportliche Aktivitäten können auf Dauer beschwerlich oder sogar unmöglich sein. Häufig machen dann auch Alltagsbewegungen, etwa Treppensteigen, Probleme. Schließlich kann die Kniescheibensehne einreißen.

Diagnose: Die Beschwerden, die Krankengeschichte, Angaben zur individuellen Sportpraxis und orthopädisch-klinische Untersuchungen führen zur Diagnose. Eine Ultraschalluntersuchung kann sie bestätigen. Weitere bildgebende Verfahren wie Röntgen, Computertomografie oder Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) sind nicht routinemäßig notwendig. Sie kommen bei speziellen Fragestellungen zum Einsatz, zum Beispiel um andere Erkrankungen auszuschließen, oder vor einer Operation.

Therapie: Das Springerknie bessert sich bei Entlastung. Daher wird eine ausreichend lange Sportpause empfohlen. Physikalische Therapieverfahren, entzündungshemmende Medikamente, Kniebandagen und eine konsequente, angemessene Übungsbehandlung unterstützen den Genesungsprozess. Nach Schmerzfreiheit und voller Belastbarkeit können die Beschwerden jedoch wieder auftreten. Bessert sich das Knie nach ausreichender konservativer Therapie etwa ein halbes Jahr lang nicht, bestehen die Therapieoptionen in einer Operation, für die sich insbesondere Leistungssportler häufig entscheiden. Bei der Operation lassen sich auch eventuelle Schäden am Knorpel oder an den Bändern beheben. Manchmal ist eine operative Entfernung umliegender Nerven erforderlich. Nach erfolgreicher Rehabilitation ist zwar die Rückkehr zum vorher ausgeübten Sport möglich.

Prognose, Vorbeugung: Die Prognose eines Springerknies ist bei ausreichender Schonung, geeigneten Therapien und angemessenem Verhalten im Sport günstig. Wer wiederholt unter einer gereizten Kniescheibensehne leidet, sollte sich vom Orthopäden ausführlich beraten lassen, wie er /sie das Knie entlasten und zugleich stärken kann. Die Möglichkeiten reichen vom Wechsel zu einer das Knie weniger belastenden Sportart über den gezielten Muskelaufbau, Propriozeptionstraining (trainiert die Nervenrezeptoren in Muskeln und Gelenken), Konditionstraining und Verbesserung der Sprungtechnik bis zu Aufwärmübungen vor dem Sport und Optimierung der Sportschuhe. Diese Maßnahmen werden empfohlen, um das Verletzungsrisiko und damit auch die Gefahr, dass sich ein Springerknie entwickelt, zu senken.


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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Dr. med. Claudia Osthoff / www.apotheken-umschau.de; 24.11.2010, aktualisiert am 13.05.2011
Bildnachweis: W&B/Privat, W&B/Bert Bostelmann

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